Die afrikanische Sicht: Öl

Es ist sonnenklar: Erziehung macht den Unterschied. Stabilität und gute Infrastruktur. Investitionen. Oel wäre hier mehr als willkommen. Die Norweger haben wohl was vor unserer traumhaften Kueste gefunden. Einer der verantwortlichen Manager erzählte mir, dass um die 80% der erzielten Einnahmen an den Staat zurück fliessen muessen. Wow. Bei dem derzeitigen Rohoelpreis eine stattliche Summe, was immer auch gefunden wird. Unser Land braucht jedwede Einnahme um sich von den internationalen Foerdertoepfen abzunabeln. Wir brauchen Steuereinnahmen fuer Infrastruktur und Bildung und Arbeitsplätze fuer das Heer der arbeitslosen jungen Männer und Frauen.

Oel. Ich verstehe, das die Gattin des Energieministers Schuhe aus Italien braucht. Aber bitte nicht mehr als 10 Paar! Noch ist die Korruption lange nicht ausgemerzt und Einnahmen aus Oel wecken Begehrlichkeiten. Wo’s Reichtum zu verteilen gibt, gibts Aerger. Das unser Präsident trotz weltweitem Druck so lange braucht, um die dämliche Strasse durch die Serengeti abzublasen heisst nicht, dass er beratungsresistent ist. Er hat nur Wahlversprechen gegeben, die er nicht leichtfertig brechen moechte. Seine Stimmen bekommt er auf dem Land und genau da moechten die Menschen an den Fortschritt angebunden werden, wollen Transportwege haben die nicht in der Regenzeit unpassierbar werden.

Oel. Geld fuer Bauprojekte. Weniger Abhaengigkeit von den Chinesen. Die wollen hier alles bauen und dafuer Zugang zu Resourcen und Absatzmaerkte fuer ihren billigsten Plastik-Dreck.

Ich wünschte mir nur eine Stunde mit dem Präsidenten und die Ueberzeugungskuenste einer ukrainischen Krankenschwester um die Nutzung des Oelgeldes in verantwortliche Bahnen zu lenken. Leider gibt etwas mit mehr Überzeugungskraft als eine kräftige Wadenmassage und davon koennen die, die Geld haben, nie genug bekommen: Geld.

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3 Antworten zu Die afrikanische Sicht: Öl

  1. welt2 schreibt:

    Hallo mein Lieber,
    wie schön daß Du Dich aus Tanzania meldest!
    Erinnert mich die Elfenbeinküste, dein Artikel. Sollen wir da wie in Libyen rein oder nicht rein, das diskutierte ich mit
    http://innengeraeusche.wordpress.com/2011/04/08/neutrales-einmarschieren/.
    Und welcher Art sind die Überzeugungskünste ukrainischer Krankenschwestern, wenn man mal fragen darf?

  2. innengeraeusche schreibt:

    Guten Morgen!

    Man erkennt gar nicht, dass der Artikel nicht von dir ist, welt2. Nein, falsch, man erkennt es schon, aber halt nicht an den Formalien. Ukrainische Krankenschwester… kräftige Wadenmassage… ich weiß nicht, ob die Beschreibung der Überzeugungskünste noch besser wird als das, was ich grade zusammenphantasiere. 😀

    Ich finde Menschen immer wieder faszinierend. Was ist denn nun eigentlich unsere Natur? Der selbstsüchtige Raffer, der den Hals nicht voll kriegt und sogar über Leichen geht, um noch mehr zu haben, oder der soziale Gruppentyp, dem das Wohl der Allgemeinheit wichtiger ist als der persönliche Vorteil?

    Ach, es gibt irgendwo Öl, wo die westliche Welt noch nicht die Finger am Zapfhahn hat? Skandal! Einmarschieren! Wird sich schon eine Krise finden, die wir nutzen können.

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